Unser Resümee zum Moppedrennen Messe Chemnitz 2018

Chemnitz, Messeplatz 1, Freitag, 31. August 2018 um 9.24 Uhr, Spannung liegt in der Luft, Hubschrauber kreisen. Was ist hier los in den turbulenten Tagen von Chemnitz? Ein Protestcamp? Eine Anti-Anti-Anti-Demo? Autoreifen werden angefahren und positioniert. Sollen hier Barrikaden brennen? |

Nein, nichts von alledem: Die orange-bunte Truppe von Sachsenbike wagt sich nach drei Jahren Pause endlich wieder an ein Langstrecken-Moppedrennen. Am Freitagvormittag trudeln die ersten Mitglieder der schrägen Truppe ein, alte Bekannte sind ordentlich in die Jahre gekommen, manch bekanntes Gesicht fehlt, dafür gibt es auch neue Leute bei Sachsenbike. Die Zelte für Orga-Büro, technische Abnahme und DRK werden aufgebaut, Leitungen gelegt, das ToiToi in Betrieb genommen. Auch ein erstes Team findet den Weg. Die Reifen wandern aus den großen Containern auf den Parkplatz und lassen langsam die geplante Strecke erkennen. Der Himmel ist trüb, aber es bleibt trocken – dank 3-Wetter-Taft hält die Frisur.

Im Laufe des Nachmittags trudeln weitere Helfer und immer mehr Teams ein. Die Belegung der Boxengasse erfolgt wie immer – trotz oder gerade wegen aller Vorplanung – chaotisch, aber konfliktfrei. Orga-Büro und technische Abnahme nehmen ihre Arbeit auf. Hier geht es mithilfe des kooperativen Mitdenkens der Teams zügig und routiniert voran. Auch bei den Teams sehen wir viele alte Gesichter. Die Sachsenbiker sind beruhigt, dass sie nicht allein gealtert sind und die Zeit auch an manchem Fahrer Spuren hinterlassen hat – es hat etwas von Klassentreffen. Schön ist, dass auch ein einige neue Teams dabei sind. Wir hoffen, unser Rennen entspricht ihren Erwartungen.

Dank der Hilfe aus den Rennteams ist die Strecke zügig aufgebaut. So kann pünktlich um 19.00 Uhr das Training beginnen. Die ersten Messergebnisse trudeln bei der Zeitnahme ein. Als um 20.00 Uhr das Training beendet wird, ist es bereits ordentlich dämmrig, sodass das Qualifying bei einbrechender Dunkelheit stattfindet und als schnellstes Qualifiying in die Geschichte der Moppedrennen eingehen wird. Nach nicht mal 60 Sekunden ist das erste Team fertig und nach zehn Minuten ist der ganze Spaß ums mustergültige Anziehen schon vorbei.

Weil Aufbau, Anmeldung und Training problemlos flutschten, kann das Orga-Zelt bereits gegen 21.00 Uhr die Zeltwände zuknubbern. Die Sachsenbiker können dem Caterer beim Abendbrot noch etwas Umsatz bescheren und sich selbst ein paar ruhigere Stunden gönnen, bevor es am Samstagmorgen ernst wird.

Samstag, 1. September 2018, um 6.00 Uhr klingelt der Wecker, heute wird es richtig ernst für uns. Wir hoffen innig, bei den Vorbereitungen nichts vergessen zu haben. Um 7.00 Uhr gibt es letzte An- und Ein- und Über- und wie auch immer -weisungen. Beim kurzen Aufwärmtraining werden die letzten Transponderprobleme behoben, damit jedes Team seine korrekten Messungen erhält. Dann erfolgt kurz vor 8.00 Uhr die Startaufstellung. Es ist trüb und kühl, aber trocken – dank 3-Wetter-Taft hält auch jetzt die Frisur.

 

Und pünktlich um 8.00 Uhr erfolgt der Startschuss und es wird wahr: das Sachsenbike-Langstrecken-Moppedrennen 2018 in Chemnitz startet. Die Fahrer knattern über die Strecke, ein erster Unfall geht glimpflich ab. In den kommenden 12 Stunden liegt die Arbeit vor allem bei den Rennteams und ihren Fahrern. Wir Sachsenbiker müssen „nur noch“ dafür sorgen, das Rennen gut über die Zeit zu bringen. Das heißt bei Unfällen für Hilfe sorgen, Strafgelder bei Reglementverstößen einsammeln, Kaffee kochen und trinken, Einwände der Teams klären, Schniffelstücke am Wasserhahn festdrehen, Toilettenpapier nachfüllen, mehr Kaffee kochen, mehr Kaffee trinken …

Und irgendwie ist es wie immer: erst vergeht die Zeit sehr langsam, sodass es fast (aber wirklich nur fast) langweilig wird, ab Nachmittag rast dann die Zeit und keiner möchte, dass das Rennen gleich zu Ende ist. Zum Glück hält das Wetter und der angedrohte ausgiebige Regen fällt bis auf ganz wenige Tröpfchen aus. Dann ist es doch wieder so weit. Pünktlich um 20.00 Uhr wird die Zielfahne gewunken. Wegen der kreisenden Hubschrauber fällt das Feuerwerk etwas flacher aus. Dafür geben die Scheinwerfer vom Parkplatz heute gutes Licht. Und wieder ist ein Moppedrennen Geschichte. Es gab einige kleinere Unfälle, wir wünschen allen betroffenen gute Besserung und schnelles Heilen.

Während die technische Abnahme den ordnungsgemäßen Zustand der Maschinen entsprechend ihrer Rennklasse prüft, beginnt bereits der Streckenabbau. Auch hier gilt unser großer Dank den Teams, die uns beim Reifeneinsammeln geholfen helfen. So sind noch vor Beginn der Siegerehrung alle Altreifen fein säuberlich in die Container zurück gestöpelt, äh‘ gestapelt, was uns viel sonntägliche Arbeit im Regen erspart.

Deshalb können alle anwesenden Sachenbiker der Siegerehrung folgen, bei dem die supergeilen Nischel (will heißen Karl Marx) -Pokale übergeben wurde. Es bleibt sogar Zeit, sich selbst ein wenig zu feiern, was uns nach der vielen Arbeit im Vorfeld gegönnt sei, getreu unserem Motto: schnell, laut, geil!!!

Das Orga-Team kann sich bei Laibchen und Transponder-Rückgabe ein paar erste Rückmeldungen der Teams einholen. Die allermeisten sind mit unserer Arbeit zufrieden und freuen sich über die Neuauflage unserer Rennen. Durchaus berechtige Kritik gibt es an den materialbeanspruchenden Regenrinnen auf der Strecke – leider gab es keine andere Lösung. Absolut subjektiv küren wir das Team Heisse Kette zum Team der Herzen. Sie waren zum ersten Mal dabei und vom weit entfernten Bremen angereist, waren völlig entspannt beim Drumherum und zeigten große Beständigkeit auf der Strecke. Hoffentlich sehen wir Euch beim nächsten Mal wieder!

Der Rest ist schnell erzählt: Einige Teams reisten gleich ab, aber etliche blieben auch vor Ort. Abends gab es nettes grüppchenweises Klönen mit Bier, Weib und ohne Gesang. Im Orga-Büro sorgte eine kreisende ALDI-Rumflasche bei manchen für amüsant-suffisante, bei anderen für fehlende Erinnerungen. Angeblich sollen auch Schrübbsböllerchen geflogen sein?!

Dies ist unser keinesfalls objektiver und vollkommen persönlicher Eindruck des Rennwochenendes. Wie hat es Euch gefallen? Wir freuen uns über Eure Anmerkungen, Tipps und Verbesserungsvorschläge. Sicher können wir nicht jede Meinung berücksichtigen. Aber Eure Rückmeldungen helfen uns beim Organisieren. Habt Dank und bleibt uns treu.

Bis bald auf dieser Welle, versprochen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.